THEATERSPIEL IM DEUTSCH-UNTERRICHT
an den Schulen des bfi Wien

"Mein König, ich habe nichts außer einem reinen Herzen und – ich liebe Ihre Tochter!"

"Du wagst es? Werft ihn in den Turm!" ---

"Ich will dir helfen, deine Traumfrau zu erobern. Spanne vier meiner Haare über dieses Kästchen und du wirst sehen …"

Das Märchen "Wie die Geige erfunden wurde", das die 1aS zum Üben der Textsorte ERZÄHLEN kennengelernt hatte, inspirierte uns zur Dramatisierung. Das heißt, der erzählte Text wurde von den Schüler/innen in Rollen umgeschrieben, sodass jeder Schüler und jede Schülerin seinen/ihren Auftritt hatte:

Die Hauptrolle des Jünglings spielte DAMIR, er hatte den meisten Text und war wirklich die tragende Figur unseres Spiels.

Seine beiden Eltern spielten EMINE und TOLGA, die alt und krank waren und an einer Rauchgasvergiftung starben.

Zwei Bäuerinnen, die auf dem Weg zum Markt waren, NESLIHAN und BOJANA, entdeckten das Unglück.

Daraufhin zog der Jüngling in die weite Welt hinaus. Er kam an einem Schloss vorbei und sah eine wunderschöne Prinzessin, BLERY, die sich selbstverliebt mit sich und ihrer Schönheit beschäftigte.

Der Jüngling ging ins Gasthaus, wo ihm der Wirt BURAK Auskunft gab: Der König, SASA, wollte die Prinzessin nur demjenigen zur Frau geben, der ihm eine wundersame Erfindung bringen konnte.

Der Jüngling hatte nichts, wagte sich trotzdem vor den König und wurde, weil er nichts hatte außer "ein reines Herz und die Liebe zur Königstochter" von den beiden Wächtern des Königs, SHAHER und AHMET, in den Kerker geworfen. Dort verbrachte er eine lange, düstere, verzweifelte Zeit.

Da erschien eines Tages eine Fee, EBRU, die ihm vier ihrer Haare und ein Holzkästchen schenkte – und weg war sie.

Der Jüngling probierte herum und schon ertönten die ersten Klänge. Von Tag zu Tag spielte der Jüngling schöner auf seinem Instrument, was der Kerkermeister MARKUS dann auch bald seinem König berichtete. Der ließ den Jüngling holen und befahl ihm zu spielen und so erweichte er mit einer lieblichen Melodie das harte Herz des Königs. Der war so angetan von der wunderbaren Erfindung, dass er Hochzeit feiern ließ: "Musik!" und es wurde getanzt und gefeiert und gelacht!

"Und wenn sie nicht gestorben sind, dann feiern sie noch heute", sagten VIVIENNE und HOZAN, unsere Moderatoren, die unser Publikum am Anfang begrüßt hatten und durch das Stück führten.

Sowohl für mich als Lehrerin als auch für die Schüler/innen war dieses kleine Stück eine Premiere: Theater im Deutschunterricht. Auch wenn wir insgesamt vielleicht 10 Schulstunden mit der Erstellung des Textes und den Proben zugebracht hatten, war die Arbeit und die Aufführung aus meiner Sicht ein Erfolg!

"Danke für euer verlässliches und fleißiges Mittun!", sagt eure Lehrerin Ulrike Pollak

1AS, Theater im Deutschunterricht