Seher Cakir an den Schulen des bfi Wien Seher Cakir
in den Schulen des bfi Wien

"Welche Religion haben Sie?"

"Ich gehöre keiner Religionsgemeinschaft an. Ich bin Atheistin."

"Aber – an irgendetwas müssen Sie doch glauben!!!"

"Ja, ich glaube an mich selbst!"

Dieser Dialog zwischen SchülerInnen der 2aS Handelsschule der Schulen des bfi Wien und der österreichisch-türkischen Schriftstellerin Seher Cakir fand genau so wortwörtlich statt. Und es waren nicht die einzigen Aussagen Cakirs, die die SchülerInnen zum Widerspruch, aber auch zum Nachdenken anregten.

Eine Frau, die sich ihre Regeln selbst macht? Eine Mutter, die ihrer Tochter so viel erlaubt? Eine Frau, die sich scheiden ließ? Eine Migrantin, die es sich "zwischen zwei Stühlen" so bequem gemacht hat, wie sie es in ihrem Gedicht "Sandalyeler - Stühle" so treffend beschreibt, die sich in Österreich so wohl und zu Hause fühlt?

Nach der Lesung der Kurzgeschichte "Sevim und Savas", der eine  wahre und tragisch endende Liebesgeschichte zweier Jugendlicher in Tirol im Jahr 2007 zugrunde liegt, diskutierten die SchülerInnen mit Frau Cakir über die Geschichte, über die Liebe, über die Religion und den Glauben, über die deutsche Sprache, Kindererziehung, über die Ehe und die Beziehung zwischen Eltern und Kind und über die Treue zu sich selbst, also: über Gott und die Welt. Dass es eine wichtige und gute und spannende Diskussion war, zeigt die Tatsache, dass die Pausenglocke bei niemandem eine Reaktion auslöste! Es war, als hätte es gar nicht geläutet. (Schade, dass es Glocken überhaupt geben muss!)

Seher Cakirs Besuch in der 2aS wird noch längere Zeit nachwirken. Wir danken ihr auf diesem Weg nochmals für ihre ehrlichen und offenen Worte!

Die 2aS und ihre Lehrerin Ulrike Pollak

Und hier ein paar Reaktionen der SchülerInnen:

"Meine Tochter sollte selber wissen, ob sie die richtige Entscheidung getroffen hat!"
Da stimme ich der Meinung der Schriftstellerin zu. Jedes Kind oder jeder Mensch lernt aus den Fehlern. Obwohl sie Recht hat, möchte ich sagen, dass Kinder nicht wie reife Menschen denken und da sollten die Eltern ihre Kinder lenken, damit keine schlimmen Sachen passieren.
Serkan

Der Besuch von Seher Cakir hat mir gut gefallen. Sie glaubt nur an sich selbst, sie macht ihre Regeln. Ich finde, dass sie Recht hat, man muss auch selber entscheiden können.
Hilal

Ich denke, dass Frau Cakir teilweise Recht hat. Eltern müssen ihr Kind für die Zukunft vorbereiten, Kinder müssen lernen, eigene Entscheidungen zu treffen. Und das geht nur, wenn man sich mit den Problemen und unterschiedlichen Meinungen auseinander setzt.
Oguz

Ich respektiere Frau Cakirs Meinung, aber ich kann sie trotzdem nicht nachvollziehen. Eltern sollen ihrem Kind Freiheit geben, aber einige Sachen sollten sie einfach verbieten.
Yakup

Ich fand den Besuch und die Geschichte toll. Manche SchülerInnen haben Frau Cakir falsch verstanden. Ich hatte auch Fragen, die ich gerne gestellt hätte.
Sandra

Der Besuch von Seher Cakir hat mir sehr gut gefallen. Ihre Geschichte über Sevim und Savas hat mich traurig gemacht. Sie denkt anders als die meisten Mütter, aber ich denke, dass sie manchmal Recht hat.  Man muss auch selber entscheiden können, was für einen das Richtige ist oder nicht. Ihre Meinungen und Gedanken waren für mich interessant.
Nalan

Seher Cakir ist eine freie Frau.
Döndü

Seher Cakir erlaubt ihrer Tochter fast alles, wenn diese sich mit dem Thema ernsthaft auseinander gesetzt hat.
Yasemen

Die wahre Geschichte von Sevim und Savas hat mir sehr gut gefallen, weil sie spannend und dramatisch war. Ich denke auch, dass sie manchmal Recht hat, weil ein Kind nicht immer auf seine Eltern hören kann, es muss auch selber entscheiden können, was richtig oder falsch ist. Ich machte mir Gedanken, als sie sagte: "Ich glaube an mich."
Merve

Es war schön, eine bekannte Schriftstellerin zu Gast zu haben, weil ich auch manchmal Gedichte schreibe. Das gab mir die Gelegenheit mehr über das Leben einer Schriftstellerin zu erfahren.
Elvis

Seher Cakir Foto 26
weitere Fotos (externer Link)