München leuchtet – bis Wien!

Studienfahrt München 1BA

"München leuchtete. Über den festlichen Plätzen und weißen Säulentempeln, den antikisierenden Monumenten und Barockkirchen, den springenden Brunnen, Palästen und Gartenanlagen der Residenz spannte sich strahlend ein Himmel von blauer Seide […]"

So beschreibt Thomas Mann sein München und wir waren angereist, um etwas von diesem Flair zu erspüren. Die Freude der Schüler/innen, sich auf München einzulassen, war groß und ein zweiter Umstand machte diese Reise zu einem besonderen Erlebnis: Schüler/innen der bayrischen Partnerschule aus Cham unter der Leitung von Gerhard Höcht waren angereist, um München zusammen mit unseren Schülern kennenzulernen, Comenius lässt grüßen!

Und die "Weltstadt mit  Herz" hatte einiges zu bieten. Für historisch Interessierte bot die Führung in der Münchner Residenz einen Einblick in die Rivalität der Habsburger und der Wittelsbacher. Die Habsburger hatten meistens die Nase vorn – schließlich stellten sie häufig  den deutschen Kaiser. Bleibt den Bayern nur eine Genugtuung: Es gibt heute mehr Bayern als Österreicher.

"Fremd ist der Fremde nur in der Fremde", dieser bezeichnende Satz trifft auf den Schöpfer dieser Aussage in besonderem Maße zu. Denn bis heute ist Karl Valentin in seiner Vaterstadt ein Fremder, München tut sich noch immer schwer mit der Erinnerung an den Volksdichter, der mittlerweile ein Denkmal auf dem Viktualienmarkt hat. Wir waren beeindruckt von einer Führung im Karl-Valentin-"Musäum", hier haben 99-jährige in Begleitung ihrer Eltern freien Eintritt.

München ist auch die "Hauptstadt des Bieres", ein Besuch im Hofbräuhaus ist zumindest für Touristen Pflicht. Heute werden bis zu 5000 Maß pro Tag ausgeschenkt, da müssen die Münchner selbst auch kräftig beteiligt sein, was auch die zahlreichen Stammtische beweisen. "Den meisten Alkohol birgt nicht das Bier, sondern der Schaum" behauptet der Dichter Herbert Achternbusch, der in Cham das Gymnasium besucht hat. Unsere Bierprobe verlegten wir in den Schelling-Salon, einer Traditionswirtschaft in Schwabing mit einer fast 140-jährigen Geschichte. Und dort haben wir sie dann alle getroffen, die dort ein- und ausgingen – Bertolt Brecht, Wassily Kandinsky, Rainer Maria Rilke, Ödon von Horvath und Lenin – geistig natürlich!

Wäre noch eine andere Facette unseres Besuches in München zu nennen -  zugegeben mehr Kult als Kultur, gemeint ist die Allianz-Arena mit ihrem prominentem Aushängeschild FC Bayern. Wir waren besonders beeindruckt von der Führung durch die Arena, konnte man doch hier auf den Spuren des FC-Bayern-Profis David Alaba aus Wien wandern.
Und so schließt sich der Kreis. Während Ludwig I. München mit antiken Tempeln ausstattete, befinden sich die modernen Tempeln vor den Toren der Stadt. Immer noch gilt aber die Aussage Ludwigs I. "Ich werde aus München eine Stadt machen, die jeder kennen muss, der Deutschland kennen will."

Gerhard Höcht/Doris Wieshaider

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