Der „Steffl“ und seine unterirdische Welt

Als Österreichs Wahrzeichen Nummer 1 ist der Stephansdom immer einen Besuch wert, besonders, wenn man diese Visite mit einem Abstieg in die Unterwelt des Doms verbindet. So geschah es am 28. Jänner, als sich 27 Schülerinnen und Schüler mit Frau Prof. Jansen und Herrn Prof. Hell für dieses kleine Abenteuer vor dem Dom im 1. Bezirk trafen.

Beim Abgang in die Katakomben, einstige unterirdische Begräbnisstätten, empfing uns unser Guide. Mit ihm gelangten wir in die Bischofsgruft, zu den Sarkophagen des Habsburgerherzogs Rudolf IV., des Stifters, sowie seiner Gemahlin Katharina und den davor hinter Gittern aufgestellten Metallgefäßen, in denen die Innereien der ehemals verstorbenen Habsburger aufbewahrt werden. Richtig gelesen! Nur die Eingeweide befinden sich hier, die Körper, so haben wir erfahren, befinden sich in der Kapuzinergruft und die Herzen in der Loretokapelle der Augustinerkirche.

Aber dann wurde es richtig unheimlich! Abgestandene Luft, Düsternis und Feuchtigkeit umfingen uns. Durch vergitterte Fenster konnten die Schülerinnen und Schüler einen Blick auf die aufeinandergestapelten Gebeine der ca. 11000 Toten werfen, die hier bis etwa Mitte des 18. Jahrhunderts bestattet wurden. Da fiel uns der Aufstieg aus dem Reich der Toten dann nicht ganz so schwer.

Wieder an der Oberfläche angekommen, folgte noch ein Rundgang im Dom. Auch hier gab es einiges zu entdecken. Der „Fenstergucker“ blickte uns aus dem Fuß der Kanzel entgegen und das Kenotaph von Rudolf IV. und Katharina von Luxemburg sowie das Hochgrab von Friedrich III. beeindruckten uns.

Und da der Dom nicht nur von innen Interessantes zu bieten hat, folgte zum Schluss noch ein Rundgang um die Kathedrale. Besonders die gruseligen Wasserspeier, das Riesentor, der silberne Wetterhahn und der „Zahnwehherrgott“ hinterließen Eindruck. Aber auch die beiden Ellenmaße und die Bestrafung unredlicher Bäcker durch das „Bäckerschupfen“ fanden Anklang. Und wenn ihr euch fragt, warum von den vier Türmen des „Steffl“ nur drei vollendet wurden, dann fragt Schülerinnen oder Schüler der 2CK. Denn sie können euch dazu eine spannende Sage über den Meister Hans Puchsbaum und sein Geschäft mit dem Teufel erzählen…